Ehrenkodex von Rolf Schmidt Inkasso

Qualitätsstandards im Inkasso

Auf den ersten Blick scheint es klar: Gute Qualität im Inkasso bedeutet, man bringt Geld zurück. Das ist richtig. Nur, damit es soweit kommt, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Wir beschreiben diese hier, damit Sie unsere Arbeitsweise besser verstehen.

1. Nur begründete Forderungen

Auch das scheint selbstverständlich. Bei vorliegenden Titeln (Gerichtsurteilen, Vollstreckungstiteln usw.) ist die Bedingung gegeben, bei gut dokumentierten und kaum bestreitbaren Forderungen, wie sie aus Darlehensverträgen u. dgl. resultieren, ebenfalls. Doch wie verhält es sich mit bestrittenen Forderungen, z.B. wenn Rechnungen wegen angeglichen Mängeln nicht bezahlt werden? Wir übernehmen auch solche Forderungen, machen dem Auftraggeber aber klar, dass unser Vorgehen etwas anders aussehen muss. Es geht hier um eine gute Analyse der Ausgangslage und der Schwachpunkte beim Gegner sowie um cleveres, druckvolles Verhandeln. Unzureichend begründete Forderungen, ebenso reine «Bestrafungsmandate» müssen wir ablehnen. Das Bedürfnis dahinter verstehen wir. Und ein gewisses «Genugtuungs-Motiv» schwingt bei vielen Aufträgen mit. Das ist in Ordnung, so lange es primär ums Geld geht.

2. Klares und faires Pricing

Im Unterschied zu Anwälten sind bei uns die Kosten begrenzt und kalkulierbar. Sie schulden uns eine prozentuale Erfolgsprovison auf das effektiv zurückgebrachte Geld. Daran leisten Sie eine Anzahlung, die Sie zurückerhalten, resp. die mit der Erfolgsprovision verrechnet wird. Die Details werden im Inkassovertrag fixiert. Weiter Kosten fallen nicht an. Ausnahme: Wenn kein Titel vorliegt und Sie einen solchen wünschen, sind die Rechtskosten separat zu entrichten.

3. Garantiert professionelle, hartnäckige Fallbearbeitung

Der Wunsch nach einer Rückzahlungsgarantie oder einem Erfolg innert einer bestimmten Frist ist verständlich, aber unerfüllbar. Auch gute Erfolgsquoten, wie wir sie präsentieren können, garantieren im Einzelfall nichts. Auch bringen wir nicht immer den gesamten Betrag zurück, sondern einigen uns mit den Schuldnern am Ende auf eine Vergleichs- oder Teilzahlungssumme. Das einzige, was wir garantieren ist eine professionelle, hartnäckige, kreative und zeitlich unbegrenzte (vertraglich garantiert!) Fallbearbeitung.

4. Falldokumentation max. ein Monat nach Fallübernahme

Die Vorbereitung besteht in unserem Geschäft in sorgfältiger Analyse, gründlicher Recherche und geschickter strategischen Planung: Wie gehen wir vor? Wo sind die Schwachpunkte beim Schuldner? Welches sind Alternativen? Dies alles fassen wir in einer schriftlichen Falldokumentation zusammen und legen sie dem Auftraggeber zur Kontrolle vor. Dies erfolgt so rasch wie möglich, jedoch spätesten einen Monat nach Fallübernahme.

Warum nicht schneller? Abraham Lincoln sagte: «Wenn ich 4 Stunden Zeit hätte, einen Baum zu fällen, würde ich 3 Stunden dafür aufwenden, die Axt zu schärfen.» Die Sorgfalt, welche wir in die Falldokumentation investieren, zahlt sich immer aus und vermeidet «böse Überraschungen». Wo sofortigen Handeln erforderlich ist, z.B. eine Warenbeschlagnahmung, muss alles natürlich noch schneller gehen, doch das sind Ausnahmen.

5. Erster Schuldnerkontakt max. 2 Monate nach Fallübernahme

Ein fixes Element unseres Vorgehens bildet die persönliche Kontaktnahme mit dem Schuldner, in der Regel unangemeldet und zu zweit. Ziel ist es, dem Schuldner die Forderung und unsere Legitimation zu präsentieren und einen angemessenen Eindruck zu vermitteln, was auf ihn zukommen könnte. Je nach dem führt das zu einem vertieften Gespräch, wenn nicht zu einer klaren Ansage verbunden mit einer Frist die Bezahlung oder ein Lösungs-Gespräch. Diesen ersten Schuldnerkontakt sichern wir innert zwei Monaten zu, wobei es meistens schneller geht.

6. Immer einen Schritt voraus

Wir entwickeln von Anfang an eine Strategie mit «Was wenn-Szenarien». Was, wenn der Kunde uns die Türe vor der Nase zuschlägt? Was, wenn der Richter ein Rechtsöffnungsgesuch ablehnt? Auf diese Weise können wir gegenüber Schuldnern immer souverän auftreten, was seine Wirkung selten verfehlt und im Bedarfsfall blitzschnell handeln. Spielen auf Zeit wird für den Schuldner so sehr schwierig.

7. Jede Aktion bringt ein Ergebnis

Jede Aktion im Sinn von Observation, Kontakt mit oder Präsenz beim Schuldner muss ein Ergebnis bringen. Wir wollen «Leerfahrten» oder «Zeitverschwendung» vermeiden. Beispiel: Wir treffen einen Schuldner nicht an. Somit hinterlassen wir in seinem Briefkasten eine Mitteilung, sich umgehend zu melden, je nach taktischer Einschätzung mit dem Zusatz, sonst würden wir das nächste Mal auf ihn warten. Oder wir kontaktieren die Wohn- oder Büronachbarn, je nach taktischer Einschätzung ohne oder mit Offenlegung des Zwecks unseres Besuchs.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir hier nicht im Detail erläutern, was unter «Aktion» alles verstanden werden kann. «Der Feind hört mit.» Im persönlichen Gespräch erläutern wir Ihnen dies aber gern.

8. Schuldnern auf Augenhöhe begegnen

«Hart in der Sache, weich zu den Menschen», lautet eine Empfehlung aus der Verhandlungspraxis. Es ist eine Illusion, man würde von Schuldnern Geld bekommen, wenn man sie von oben herab behandelt, beleidigt oder sofort unter Druck setzt. Schulden zu haben ist zunächst kein Verbrechen und keine Schande. Viele Schulden entstehen auch keineswegs aus Bösartigkeit oder mit Absicht. Bei solchen Schuldnern haben wir mehr Erfolg mit Kooperation und Beratung. Am Ende zählt, dass sie zahlen, selbst wenn es etwas Geduld braucht. Allerdings, dieses Szenario trifft höchsten für 50% der Schuldner zu. Doch selbst bei professionellen Schuldnern und Kriminellen sollte zumindest der erste Kontakt auf dieser Ebene erfolgen. Aber was ist mit den anderen, bzw. wenn klar wird, dass ein Schuldner diese Sprache nicht versteht?

9. Wir wenden Druckmittel ohne Skrupel an

Druckmittel sind in unserem Geschäft fast immer nötig! Dabei muss man mit einem Irrglauben aufräumen: Druckmittel sind nicht per se illegal. Natürlich sind offenkundige Drohungen oder Nötigung verboten («Wenn du das und das nicht tust, passiert folgendes ….»). Auch physische Gewalt als Druckmittel ist nicht nur strafbar, sondern meist nicht wirkungsvoll. Man kann das Geld aus niemandem herausprügeln. Was hingegen sehr wirksam ist, sind individuelle, intelligente Druckmittel. Sie können sublim sein, wie bei einem im Prinzip zahlungswilliger Schuldner (Andeutungen, non verbaler Auftritt). Oder direkter, wie in diesem Beispiel: Wir legen einem Schuldner Fotos vor, die belegen, dass er seine Frau betrügt. Wir fragen ihn: «Was sollten wir damit nun tun?» Oder massiver: Wir zeigen ihm eine fertige Strafanzeige oder Klage und bieten ihm an, dass man alternativ vielleicht alles einvernehmlich lösen könnte. Bitte haben Sie auch hier Verständnis dafür, dass wir zu unserem Schutz nicht alles offen legen. Wenn Sie einen Inkassofall haben, werden wir im persönlichen Gespräch aber gern deutlicher.

10. Lückenlose Dokumentation der Tätigkeit

Alle Tätigkeiten im Zusammenhang mit Ihrem Fall werden festgehalten in der laufenden Falldokumentation (Inhalte) und in einem Logbuch (Aufwände). Wir tun dies, um Ihnen jederzeit belegen zu können, was wir tun. Wir selbst wollen wissen, wie das betriebswirtschaftliche Ergebnis eines Falls aussieht. Als Kunde haben Sie jederzeit das Recht, in diese Dokumente Einsicht zu nehmen.

11. Gutes Reporting

Wir informieren Sie regelmässig schriftlich und mündlich über unsere Tätigkeit. Basis hierzu bildet die laufende Falldokumentation inkl. Fotos, Videos, Dokumenten usw. Bei Bedarf informieren wir Sie auch mündlich (im persönlichen Gespräch oder über einer abhörsichere Telefon- oder Videoverbindung).

Ausnahme: In den wenigen Fällen, in denen wir eine Forderung gegen einen Abschlag aufgekauft haben, erfolgt keine weitere Information mehr.

12. Loyalität zum Auftraggeber

Wir sind uns bewusst, dass Sie uns mit Ihrem Auftrag einen grossen Vertrauensbonus entgegengebracht haben. Diesen honorieren wir mit professioneller Arbeit, aber auch mit einigen weiteren Grundsätzen:

• Wir übernehmen niemals weitere Mandate gegen denselben Schuldner, es sei denn Sie seien damit ausdrücklich einverstanden, weil es Ihnen ebenfalls einen Vorteil bringt.

• Wir reduzieren niemals die Forderung ohne Rücksprache mit Ihnen. Dies steht zwar in den AGB etwas anders, doch dies dient ausschliesslich unseres rechtlichen Schutz (denn es gab auch schon Klageandrohungen, weil wir nicht 100% des Geldes zurückgebracht hatten). Wir sind im Einzelfall bereit, diese Ziffer der AGB wegbedingen zu lassen.

• Wir schliessen niemals eine Vereinbarung mit einem Schuldner, von der der Auftraggeber nichts weiss. Wir lassen uns niemals von einem Schuldner bestechen («Ich zahle euch so und so viel, dafür vergesst ihr die restliche Forderung»).

13. Wir geben nie auf.

Zu unseren Erfahrungen gehört: An scheinbar leichten Fällen kann man sich manchmal die Zähne ausbeissen. Und Fälle, bei denen wir selbst nach Monaten nicht mehr an ein Ergebnis geglaubt haben, sind wir schliesslich zu Geld gekommen. Das Geheimnis dahinter: Niemals aufgeben und eine übermenschliche Hartnäckigkeit an den Tag legen, welche am Ende fast jeden Schuldner zermürbt. Denn die häufig erfolgreiche Selbstverteidigung viele Schuldner besteht darin, den Gläubiger so lange hinzuhalten, bis dieser das Handtuch wirft, sei es aus Überdruss, Geldmangel oder weil er noch andere Prioritäten im Leben hat.


 

Jetzt Kontakt aufnehmen

 


Wir suchen Kollegen/innen!

Vielleicht sind Sie das?

Oder Sie kennen jemanden?

 

> > Zur Stellenbeschreibung < <

 
Holler Box